Von Bäuerinnen empfohlen - traditionell & saisonal

Obst

Obstteller
Obst ist bekannt für einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Wichtig zu wissen ist, dass nur reifes, frisches Obst ein Höchstmaß an Nährstoffen aufweist. Deshalb lautet die Empfehlung, je nach Jahreszeit und saisonalem Angebot einzukaufen.

Einteilung von (regionalem) Obst

Sie unterscheiden sich in ihrer Nährstoff-Zusammensetzung, deshalb sollte für Abwechslung gesorgt werden. Jedoch liegt der Mehrwert nicht unbedingt in einzelnen Nährstoffen, sondern im Zusammenspiel vieler Vitamine und Mineralstoffe die sich optimal ergänzen.

Empfehlung

Täglich mindestens 2 Portionen Obst essen, am besten roh, dies entspricht etwa 150 Gramm.

Obst aus Österreich:

  • Obst aus Österreich kann reif, mit hohem Nährstoffgehalt verzehrt werden
  • Keine Nährstoffverluste durch lange Transportwege
  • Aromastoffe bilden sich erst bei der Reife, dadurch schmeckt Obst geschmackvoller
  • Stärkt die regionale Landwirtschaft
  • Garantiert österreichische Standards
  • Leichtere Nachvollziehbarkeit der Produktherkunft
  • Abwechslungsreiches Angebot, da nicht ständig alles zur Verfügung steht
  • Klein strukturierte landwirtschaftliche Betriebe
  • Bewirtschaftung kleinerer Flächen
  • Steigender Bioanteil

Äpfel
Kernobst

(Apfel, Birne, Quitte)

Kerngesund

Adam und Eva wurde er zum Verhängnis, dem Naturforscher Sir Newton ist er auf dem Kopf gefallen und jedes Kind weiß "An apple a day keeps the doctor away". Es besteht kein Zweifel daran, dass der Apfel schon immer in der Geschichte des Menschen prägend war und dass er auch in der heutigen Zeit ein wichtiger Bestandteil einer gesundheitsfördernden Ernährung ist.

Was steckt drin im Apfel?

Äpfel haben einen hohen Nährstoffgehalt mit geringer Energiedichte. Sie sind reich an Ballaststoffen und Vitaminen, allen voran Vitamin C, Vitamin E und der Vitamin B-Gruppe.
Sie enthalten viel Pektin, eine Nahrungsfaserart, die verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung hat. Ein geriebener Apfel ist deshalb bei Kindern ein bewährtes Mittel gegen Durchfall.

Haben süße Äpfel mehr Kalorien als saure?

Weder die Sorte, noch der süße oder saure Geschmack lässt auf den Zuckergehalt und auf den Energiegehalt der Frucht schließen – die sauren Sorten enthalten nur mehr Säure. Mit durchschnittlich 55 Kilokalorien pro Apfel kann man sich sowieso an der wertvollen Frucht nicht fett essen.


Steinobst

(Pfirsich, Kirsche, Marille, Nektarine, Weichsel, Ringlotte, Mirabelle, Zwetschke)

Kirschen - Es ist gut Kirschen essen

Kirschen
Von der früh reifenden Herzkirsche mit weichem Fruchtfleisch, bis zur spätreifenden festfleischigen Knorpelkirsche, unterscheiden sich die vielen Sorten der Steinfrucht in Größe, Farbe und Festigkeit.

Bei aller wunderbaren Vielfalt ist für Genießer der Geschmack „Süß oder Sauer“ wesentlich wenn es um Kirschen geht: 

  • Die dunklen sauren Kirschen, wie etwa Weichseln; enthalten fast doppelt so viel Fruchtsäuren wie die Süßkirsche und werden meist zu Kompott oder Marmelade verarbeitet.
  • Die gelb bis roten Süßkirschen sollten am besten frisch genossen werden, eignen sich aber auch zum Einfrieren, da sie einen niedrigeren Wassergehalt als die Sauerkirschen haben.
  • Süßkirschen haben einen Wasseranteil von etwa 80% und einen Kohlenhydratanteil von 16%.
  • Sauerkirschen enthalten mit einem Anteil von 86% mehr Wasser, jedoch einen geringeren Kohlenhydratanteil von 12%, wodurch sie ihren Namen Sauerkirschen auf alle Fälle verdienen.
  • Der Glukoseanteil liegt bei beiden höher als der Fruktoseanteil.
  • Der rote Farbstoff der Kirsche ist ein wertvoller sekundärer Pflanzeninhaltsstoff und kann antioxidativ wirksam sein.

Da Kirschen nicht nachreifen, sollten sie reif mit Stiel gepflückt werden.

Lagerung: im Kühlschrank höchstens 2 Wochen, sollten jedoch innerhalb weniger Tage verzehrt werden, da sie an Aroma verlieren. Ab ins Glas, lässt sich der fruchtige Sommer als Marmelade, Chutney, Sirup oder einfach eingelegt mit in den Winter nehmen.

„Nach dem Kirschenessen sollst du kein Wasser trinken“

Ist ein Mythos, der sich nach wie vor hält. Es wurde jedoch nie nachgewiesen, dass diese Kombination Bauchschmerzen auslöst. Was Oma schon sagte, rührt auch eher von „anno dazumal“, als Wasser noch von mangelnder Qualität war und viele Keime enthielt.


Beerenobst

(Erdbeere, Himbeere, Brombeere, Heidelbeere, Ribisel, Stachelbeere)

Erdbeeren
Rot, saftig, süß - ist die Erdbeerzeit

Die Erdbeere genießt einen guten Ruf als Vitaminspender, Schlankmacher, vitalisierender Muntermacher und Wellness-Frucht. Nicht zu unrecht, denn ihre Nährstoffe können sich sehen lassen. Mit etwa 33 kcal pro 100 g sind Erdbeeren ausgesprochen kalorienarm, sie bestehen nämlich zu 90 Prozent aus Wasser. Die rote Beere ist Spitzenreiter bei Vitaminen. Sie versorgt uns mit mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und liefert Folsäure, die vor Herz-Kreislauferkrankungen schützt. Aroma-, Duft- und Farbstoffe sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Erdbeeren produzieren drei Mal so viel an den wertvollen Inhaltsstoffen, wie Grapefruits. Die Mineralstoffe Niacin, Kalium, Eisen und Zink sind ebenfalls reichlich enthalten.

Ein Sensibelchen

Erdbeeren sind sehr sensibel und reagieren nachtragend auf falsche Behandlung, deshalb sollten sie immer erst unmittelbar vor dem Verzehr gewaschen und zubereitet werden. Die Stiele sollten erst nach dem Waschen abgezupft werden und man sollte die Beeren nicht im Wasser liegen lassen.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die gesamte Frucht rot gefärbt ist und keine weiße Spitze hat, denn Erdbeeren reifen nicht nach. Zudem sollten die Früchte makellos und frei von verschimmelten und dunklen Stellen sein.

Lagerung: im Kühlschrank bleiben sie ein bis zwei Tage frisch. Erdbeeren sind äußerst druckempfindlich.

Bei der Zubereitung sollten sie in stehendem Wasser kurz und vorsichtig gewaschen und auf Küchenpapier abtupft werden.

Ribisel – ob rot, weiß oder schwarz – sie sind wahre Vitaminbomben

Rote Ribiseln
Da Ribisel gewöhnlich um den Johannistag reif werden, werden sie auch Johannisbeeren genannt. Am wertvollsten sind sie roh, direkt vom Strauch gepflückt. Sie haben einen hohen Anteil an Vitaminen (besonders Vitamin C), Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Der Vitamin C-Star unter den Ribiseln ist die Schwarze. Eine Handvoll deckt bereits den täglichen Vitamin C-Bedarf und dieser ist im Vergleich zu ihren roten und weißen Schwestern 4- bis 5-mal so hoch. Übrigens: Im Volksmund werden die Schwarzen Ribisel gerne auch „Gichtbeere“ genannt, weil sie durch ihre wassertreibende Wirkung positiv auf Gichtbeschwerden wirken können. Ob als Ribiselschnitte, Sorbet oder in der Topfencreme, die süß-säuerliche Aromatik der Ribisel bringt Schwung in die Küche. Genial schmeckt sie in bunten Blattsalaten. Als Beigabe zu Marmeladen sind sie aufgrund ihres hohen Pektingehalts und ihrer fruchtigen Frische unverzichtbar.

Himbeeren – so schmeckt der Sommer

Himbeeren
Unter den Beeren ist sie sozusagen die Prinzessin. Sehr empfindlich und sensibel aber kaum eine andere Beere schmeckt so märchenhaft. Wie alle Beeren sind auch die zarten Früchte prall gefüllt mit Vitaminen (A, C, B), Mineralstoffen (Kalzium, Eisen,...), sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen. Neben verschiedenen Rotfärbungen gibt es auch gelbe Himbeeren. Eine Besonderheit ist die Taybeere. Sie ist eine Kreuzung zwischen Himbeere und Brombeere und nach dem schottischen Fluss Tay benannt. Die eher säuerliche Frucht wird vorwiegend zum Einkochen verwendet.
Es lohnt sich Himbeeren einzufrieren, denn durch Einfrieren verstärkt sich ihr unvergleichliches Aroma. Zum Einfrieren am besten locker auf einer Schale vorfrosten und anschließend in Behälter füllen, so kann man gut portionsweise die Beeren entnehmen. Himbeerblätter werden gerne für Tees verwendet (besonders für die Geburtsvorbereitung und die Wechseljahre).

Stachelbeeren – „haariger“ Genuss

Stachelbeeren
Der Strauch ist stachelig, die Früchte sind haarig – aber im Inneren belohnt die Stachelbeere mit einem herb-süßen Geschmack. Stachelbeeren sind reich an Vitamin C, B, Eisen, Gerbstoffen, Schleimstoffen, Fruchtsäuren und Silicium. Kieselsäure stärkt Haare, Nägel und Gefäßwände. Stachelbeeren finden ihre kulinarische Vollendung in Kuchen, Cremes, Gelees oder Chutneys. Auch pikante Speisen wie Salate, Fleisch- oder Getreidegerichte kriegen durch das herb-süße Stachelbeeraroma oft noch den letzten Kick.

Jostabeere = Johannisbeere + Stachelbeere

Die „Eltern“ dieser nicht so altäglichen Beerenart sind sozusagen die Schwarze Johannisbeere und die Stachelbeere. Die Beeren sind dunkellila bis fast schwarz und erreichen fast die Größe von Stachelbeeren. Der süß-säuerliche Geschmack und die Aromen sind die aromatische Liaison ihrer Elternbeeren, am besten frisch vom Strauch. In der Küche verfeinern sie Desserts und Kuchen, aber auch pikante Gerichte – ein Hit ist Gelee von Jostabeeren.

Heidelbeeren – blaue Wunderkugeln

Heidelbeeren
Die Österreicher nennen sie Schwarzbeeren, die deutschen Nachbarn sagen Blaubeeren dazu. Bei der wilden Waldheidelbeere bekommt man beim Pflücken nämlich violette Finger und beim Essen werden die Zähne blau. Beim Verzehr von Kulturheidelbeeren bleiben Zähne und Finger sauber. Geschmacklich haben die wilden Heidelbeeren die Nase vorne – in Punkto Größe und Haltbarkeit punktet die Kulturheidelbeere. Bei Kulturheidelbeeren gibt es auch schon Züchtungen mit roten Früchten oder heidelbeerähnlichen Beeren wie die Sibirische Honigbeere. Heidelbeeren enthalten reichlich Vitamin C und Mineralstoffe und den Farbstoff Anthocyane, welcher als Radikalfänger gilt. Getrocknete Heidelbeeren werden in der Volksmedizin als Hausmittel bei Durchfallerkrankungen und Heidelbeerblättertee bei Magenschmerzen und Durchfall verabreicht.

Brombeeren – geballte Kraft in lila- schwarz

Brombeeren
Neben den kleinen aromatischen Waldbrombeeren gibt es auch hier Zuchtformen. Durch „menschenfreundliche“, dornenlose Sorten haben die Brombeeren auch in den Hausgärten wieder einen Aufschwung erlebt. Brombeeren liefern Vitamin C und A, Mineralstoffe (Eisen, Kalium, Kalzium, Zink,...), Gerbstoffe und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe (Flavone). Brombeersaft ist ein Geheimtipp unter Sängern, denn er soll bei Heiserkeit und Halsschmerzen helfen. Brombeerblätter eignen sich ausgezeichnet als Beigabe zu Tee. Während der Kriegsjahre wurden Brombeerblätter für „Schwarztee“ fermentiert.


Wildfrüchte

(Holunder, Hagebutte, Schlehe)

Holler

Holunder – da blüht uns was …

Holunderblüten schmecken nicht nur köstlich, sondern sind auch eine Wohltat für unseren Körper. Denn in den duftigen Blüten stecken jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Schon Hippokrates pries die Heilkraft des Hollers. In der Hausapotheke unserer Omas hatten Holunderblüten schon immer ihren besonderen Platz als bewährtes Mittel bei Erkältungen. Sie stärken das Immunsystem, regen den Stoffwechsel an und haben sich den Titel „Naturmedizin“ zu Recht verdient. Und als Draufgabe der Natur schmeckt diese „Medizin“ auch noch richtig gut!

Dort, wo die guten Geister wohnen
Holundersträucher bzw. Holunderbäume siedeln sich gerne in Hausnähe an. Das hat auch einen guten Grund. Denn laut altem Volksglauben wohnen im Hollerbusch die guten Hausgeister sowie Elfen und diese schützen die Bewohner und deren Haus. Umgangssprachlich wird der Holunderstrauch auch als Holler, Holder oder Flieder bezeichnet. Interessant ist auch der alte Ausspruch: „Vor einem Hollerbaum sollte man den Hut ziehen!“ Dieser Spruch sagt aus, dass man die Schätze (Blüten, Beeren) dieses besonderen Gewächses schätzen sollte und den Strauch nicht achtlos umschneiden sollte.

Ernten – gewusst wie?
Geerntet werden die Blüten am besten am späten Vormittag, bei trockenem, sonnigem Wetter. Achtung: Nicht in der Nähe von stark befahrenen Straßen ernten! Die Blüten mit Blütenstand werden am besten mit einer Schere bzw. einem Messer abgeschnitten und in einen Korb gelegt. Keine Plastiksackerl verwenden (Blüten fangen zu „schwitzen“ an). Vor der Verarbeitung werden die Blüten vorsichtig ausgeschüttelt, um etwaige unerwünschte blinde Passagiere (Insekten) zu entfernen. Holunderblüten nicht waschen, da durch das Abwaschen des duftenden Blütenstaubs viel vom herrlichen Aroma verloren geht. Wer Blüten für Tee trocknen möchte, schneidet die groben Stängel ab und breitet die Blüten locker auf einem Tuch aus. Getrocknet wird an einem warmen, luftigen Ort (keine direkte Sonneneinstrahlung). Die getrockneten Blüten (sollen beim Angreifen leicht rascheln) werden in dunkle Schraubverschlussgläser oder Behälter gefüllt und später zu Tee verarbeitet.


Ernährungsfragen   

"Enthielt früher Obst mehr Vitamine als heute?"

Nein! Dies ist eine Behauptung, die keiner Analyse standhält! Denn Vitamine und Mineralstoffe zählen neben Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß, zu den primären Inhaltstoffen der Pflanze. Das heißt, die Pflanze kann ohne diese Nährstoffe nicht existieren. Der Nährstoffgehalt kann jedoch je nach Reifegrad der geernteten Früchte und der Länge der Lagerung schwanken. Daher ist es besonders empfehlenswert reifes, saisonales Obst aus Österreich zu kaufen.

"Haben süße Äpfel mehr Kalorien als saure?"

Weder die Sorte, noch der süße oder saure Geschmack lässt auf den Zuckergehalt und auf den Energiegehalt der Frucht schließen – die sauren Sorten enthalten nur mehr Säure. Mit durchschnittlich 55 Kilokalorien pro Apfel kann man sich sowieso an der wertvollen Frucht nicht fett essen.

"Süßholzgeraspel um die Fruktose"

Fructose, also der Fruchtzucker, wird oft diskutiert und erhält immer mehr ein schlechtes Image. Zu unrecht! Denn Fruchtzucker ist nicht gleich Fruchtzucker! Der im Obst vorkommende Fruchtzucker kann mit den mitgelieferten Vitaminen und Mineralstoffen im Körper gut verstoffwechselt werden. Es gibt jedoch auch einen industriell hergestellten Fruchtzucker, meist aus Mais. Bezeichnet in der Zutatenliste als Fructosesirup, dient er der Lebensmittelindustrie in verschiedenen Produkten als billiger, leicht zu verarbeitender Zucker. Wenn also von Fruchtzucker die Rede ist, muss zwischen natürlich vorkommendem Zucker in Obst und industriell hergestelltem unterschieden werden!

Autorin: Katrin Fischer, MSc Landwirtschaftskammer Oberösterreich
(sämtliche Autorenrechte vorbehalten)

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